Das völlig bescheuerte Bordcomputer-Projekt-Teil 9: Der Zusammenbau

Die Elektronikbox
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Mit der Ständerbohrmaschine wird ein kleines Alugehäuse für die Aufnahme einer halben Euro-Lochrasterplatine vorbereitet, als Anschlussstecker habe ich noch eine Vierer-Buchse Ethernetanschlüsse da, das bedeutet 4x 8 Kabel anschließbar und dies auch noch geschirmt und einfach einsteckbar. Ich muss sowieso mal ein paar LAN-Kabel recyceln, davon hat sich eine ganze Horde angesammelt.
Die 4 Anschlüssen sollen für das BC-Display und die Versorgung mit 12V (Port 1), für die Messignale (Port 2), für das Programmiergerät (Port 3) sowie den Drehschalter (Port 4) benutzt werden. Somit kann ich dann auch im Fahrzeug noch schnell neue Software aufspielen, ohne alles zu demontieren, sehr praktisch.
Auf die Lochrasterplatine wird dann in mühevoller Lötarbeit die ganze Elektronik aufgebaut.
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Hauptsache oben sieht es ordentlich aus

Hauptsache oben sieht es ordentlich aus

Erste Tests im Auto zeigen, es funktioniert. Da die LAN-Anschlüsse wie beim heimischen PC über LEDs verfügen, wird kurzerhand eine als „Lebenszeichen“ benutzt, am Port 1 blinkt es jetzt Gelb, wenn der BC arbeitet.
Its alive

Die Heirat, es wächst zusammen was nie zusammen gehörte

Alle Systeme laufen, nur ist der ganze Spaß noch nicht im Auto verbaut, das soll sich nun ändern.

Bis auf die Optik der beiden Tachoeinheiten passt wie gesagt nichts. Nun gut, die Frontblenden mit der Sichtscheibe sind identisch, da kann ich mir wenigstens die am wenigsten zerkratze raussuchen und diese dann montieren. Im 480er Tacho ist die Aussparung für das BC-Display sowie die Hinterleuchtung dafür vorhanden, aber ich brauche Aufnahmen für die bei mir verbauten Steckverbinder und den mechanischen Tachotrieb, die im 480 nicht vorhanden sind. Der 440/460-er Tacho hingegen hat dort, wo das neue Rundinstrument hinein soll eine völlig unpassende Geometrie, außerdem fehlen die Schraubbefestigungen für das BC-Display.

Der Plan ist gut ein Drittel des 480er BC-Tachos mit etwa 2/3 des 440/460-Tacho zu kombinieren, mir ist ein wenig schlecht…

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Am dilettantisch gezeichneten Orientierungsstrich entlang, muss nun ein Trennscheibenschnitt erfolgen. Dabei wird hoffentlich nicht an der falschen Stelle zu viel abgesägt, die Plastikhälften müssen schließlich halbwegs passgenau ineinander zu stecken sein.
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Besonders wichtig ist das Beibehalten der Mulden (oberer 440-er Tacho) für die Stecker, um die muss herumgeflext werden. Mit einem mulmigen Gefühl mache ich mich an die Arbeit.

Nummer 1, der 440/460

Nummer 1, der 440/460

Nummer 2, 480ger

Nummer 2, 480ger

Es passt!

Es passt!

Beide Plastikteile können mit etwas Nacharbeit gemeinsam in eine Tachofront gesteckt werden. Es fallen zwei Dinge auf: Die Aufnahmen für die Lämpchen links sind einfach nur Löcher, während rechts eine Art Bajonettverschluss greifen kann. Die Bajonette haben ursprünglich am 480ger in die Platine gegriffen. Da am 460ger aber eine Folie die Aufgabe der Platine übernimmt, muss dort die Plastikschale des Tachogehäuses einen Halt bieten. Außerdem ist der 480er-Teil meines Hybriden ca. 3mm flacher, das ermöglicht nun aber, ein Stück 480er Leiterplatte abzusägen und hinter die Plastik zu schrauben, um den Lämpchen wieder Halt zu geben.
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Das weiße Relais muss noch entfernt werden. Das hat beim 480er dafür gesorgt, dass die Beleuchtung des Tachos mit eingeschalteten Scheinwerfern dimmbar und bei ausgeschalteten Scheinwerfern voll an ist. Im Hellen sieht man auf dem BC-Display nämlich ohne Beleuchtung überhaupt nichts. Der 460er Tacho ist nur im Dunkeln beleuchtet (und dimmbar), da muss ich noch etwas umbauen.
Nun kann ich die Leitfolie aus dem 460ger über meinen Hybridtacho legen, es stören noch die relativ hoch herausstehenden Steckeraufnahmen des Displayelements auf der 480er Platine, die müssen weg.

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Unter Tage löte ich deshalb Kabel direkt an die Display-Pins, verbinde auch gleich noch die Lampenfassungen der zersägten Platine aus dem 480 miteinander, damit diese von meiner 460er Leitfolie mit Strom versorgt werden können. Das Löten von Drähten auf verkupferter Folie ist ein riesen Theater, ich empfehle diese Methode nur im Notfall, dies ist einer.

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Unter Anderem stellt sich noch heraus, dass das Dauerplus – KL30 – zwar am Tachostecker angeschlossen ist, dies aber auf der Leitfolie nicht weiter benötigt wurde. Die Leiterbahn endet kurz hinter dem Stecker auf einem Testpad und ich darf auf Plastik löten. Ein paar Sekunden länger wäre alles in Rauch aufgegangen, egal das Kabel zur Versorgung der BC-Box ist dran.

Nun noch dafür sorgen, dass alle neuen und alten Verbindungen Erschütterungsfest sind, alle Lämpchen werden gleich gegen brandneue getauscht und siehe da:

Motor an!

Nun muss der noch etwas sinnlos rumhängende Drehschalter in die Mittelkonsole eingesetzt werden und die BC-Box irgendwo im Untergrund des Armaturenbrettes sicher befestigt werden.

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Ich habe an der Stelle, wo der Schalter sitzen kann ein kleines, praktisches Münzfach, das muss nun leider raus.

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Alles ist an Ort und Stelle, ich spendiere dem Volvo gleich eine neue Tachowelle, wenn ich einmal dort herumschraube, die alte ist schon vor meiner Zeit am Getriebe unsachgemäß ausgerissen worden, deshalb hält die nicht mehr richtig. Auf zu einigen Testfahrten, ich freu mich schon auf das Eichen meines Tanksensors und der Einspritzmenge. Die Motortemperatur geht übrigens schon exakt.

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blackengineer

blackengineerHier soll ich nun also Halbwahrheiten über mich verkünden: Es gab einmal den schönen Spruch "Wir sind die geworden, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben". Das trifft die Sache allerdings nicht unbedingt im Kern. Aber von vorn: Ich bin durch die Hölle gegangen, was in Fachkreisen auch "Studium der Elektrotechnik" heißt, und nun Ingenieur. Entgegen der landläufigen Meinung bin ich auch in der Lage, Dinge nicht ironisch auszudrücken (siehe letzter Satz), was aber für diesen Blog weitestgehend ignoriert werden darf. Das Studium fand in Dresden statt, wo ich auch meine Freundin Sarah fand, ohne die dieses Stück Internet nie entstanden wär. Ich bin ein vielinteressierter Geist und spiele gern mit Gedanken, Worten und... naja, hin und wieder auch gern Computer ;) Die Leidenschaft für alles, was mit Strom funktioniert, habe ich seit Kindesbeinen, was meinen Eltern sicher noch erschreckend bewusst sein dürfte, und da waren dichte beißende Lötdampfschwaden aus dem Keller, explodierende Kondensatoren vorm Frühstück und leidlich mit Tesafilm isolierte 230V-Stromkabelverbindungen (funktioniert bis heute!) noch harmlose Beispiele (man erinnere sich an den oben angebrachten Spruch) . Man ist mittlerweile professioneller geworden, stolzer Besitzer eines immer weiter wachsenden privaten Elektroniklabors und momentan - in Dublin: Der eigentliche Aufhänger für unseren Blog, wobei ich fürchte, dass dieser weiter wuchern wird, wenn wir im Dezember wieder deutschen Boden unter den Füßen haben. Was mache ich hier? Diese Frage wird ausführlich in den Artikeln dieser Site bearbeitet, nur kurz: Ich bin sowas wie die Geheimwaffe des Trinity Colleges für und gegen alle analogtechnischen Probleme und Entwicklungen. Eine letzte Frage sollte ich hier noch klären: WARUM DIESER NICK? ...Es begab sich, dass ich meine Hose wusch, und dieses kurzbeinige Exemplar schwarzer Baumwolle aus einem szeneeinschlägig bekannten Bekleidungsgeschäft trug diesen Namen. Klasse, dacht' ich mir, das passt zu dir – außerdem find' dich über Google keiner – dieser Nickname, das wird meiner.View all posts by blackengineer →

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