Das völlig bescheuerte Bordcomputer-Projekt-Teil 6: The Intelligence Behind

Nun haben wir also herausgefunden, wie man mit dem Display spricht, und wissen ungefähr welche Art von Signalen wir für Einspritzzeit, Geschwindigkeit sowie Tank und Motortemperatur erwarten. Zeit sich um die generelle Funktionalität des Gerätes zu kümmern.
Was zeigt der original BC wann wo an, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt? Konsultieren wir dazu das Handbuch:
seite 1
seite 2
seite 3
seite 4
Zur Anlasskontrolle sei nur so viel gesagt, die Überprüfung des Motorölstandes erfolgt mit einem speziellen Sensor, den mein Auto nicht hat, also lassen wir diese Funktion gleich weg. Es reicht, wenn am Anfang kontrolliert wird, ob die einzelnen Sensoren ordnungsgemäß funktionieren, dann darf der BC gerne „OK“ anzeigen und dann geht es in den Normalbetrieb.
Die Behandlung von Fehlern und Warnungen will ich genau wie im Handbuch beschrieben implementieren, also bei einer Motortemperatur über 114°C soll das rote Segment blinken, bei unter 8l im Tank das entsprechende RANGE-Segment aufleuchten usw..
Bedienbar bleiben soll der BC-Nachbau natürlich mittels des originalen Drehschalters, die Reset-Taste an selbigem soll bei langem Drücken die mittlere Geschwindigkeit oder Fuel AVG rückstellen. Zudem will ich einen erweiterten Debug-Mode einbauen, der beim Eindrücken des Reset-Knopfes während der BC auf RANGE steht wählbar ist. Dann sollen wichtige Informationen zu den gemessenen Signalen auf den verschiedenen BC-Kanälen angezeigt werden. Den UNIT-Knopf am Drehschalter will ich nicht zum Umstellen der Einheiten verwenden. Ich fange auf meine alten Tage doch nicht an, in Miles per Gallon zu rechnen. Es ergibt sich mit diesem Knopf aber die Möglichkeit, den Eigenbau-BC einen Master-Clear-Reset zu verpassen, wenn im Betrieb etwas richtig daneben geht, kann der Microprozessor damit neu gestartet werden.
Legen wir mit dem Bedienelement los:
Info-Center-Switch
Die Funktion des Drehschalters ist schnell erklärt: Die Einheit hat 7 Kabel, eines führt Massepotential, die anderen werden je nach Schalterstellung oder „Knopf-Eindrücken“ mit Masse verbunden oder eben nicht. Mittels PullUp-Widerständen gegen 3,3V kann so eine wunderbare Logikschaltung realisiert werden, der Schalter codiert seine Positionen dann brav in 0 und 1. Zusätzlich gibt es noch ein kleines Abgleich-Poti unter einer Abdeckung in der Mitte. Man kann hier die ungenaue Tankanzeige kalibrieren, das werde ich aber nicht verwenden, ich kalibriere in Code.
Kabel | Funktion
1           Massebezug
2           SW_2
3           SW_3
4           UNIT 1/0
5           Poti
6           Reset
7           SW_7
Die drei SW_X sind am interessantesten, mit diesen dreien kann eine kleine Truth-Table aufgestellt werden, die die Schalterstellung codiert:
Schalterstellung | SW_2 | SW_3 | SW_7
Fuel_INST             0         0        0
Fuel_AVG              1         0        0
Speed_AVG           0         1        0
RANGE                 1         1        0
OIL                      0         0        1
ENGINE                1         0        1
EXT                     0         1        1

Eine weitere Codiermöglichkeit wäre 1-1-1, diese wurde findigerweise nicht besetzt, da dieser Zustand auch eintreten kann, wenn das Anschlusskabel vom Drehschalter getrennt ist, also ein Fehler vorliegt.

Als nächstes sollte man rausfinden, welche Textmessages das Display anzeigen kann, und wann es dies tut:

Die möglichen Anzeigen wären:

[ – – –  ]                                                  Drei Striche für „Kein Wert“

[888  km]                                                 (bis zu) Dreistellige Anzeige wie für Range

[88,8L]                                                     Zweistellig mit Komma für Tankinhalt

[888°C]                                                    (bis zu) Dreistellige Motor-/Oil-Temperatur

[88,8L/100km]                                           Verbrauchsanzeige zweistellig mit Komma

[888km/h]                                                 (bis zu) dreistellige Geschwindigkeit

[   OK]                                                     Anlasskontrolle, alles gut

[CHECK]                                                  Anlasskontrolle schlecht oder Sensorfehler

{CoLd]                                                     Motor/Öltemperatur <40°C

[STOP]                                                    Motor/Öltemperatur zu hoch

[FUEL]                                                    Tank leer

Weiter

About the Author

blackengineer

blackengineerHier soll ich nun also Halbwahrheiten über mich verkünden: Es gab einmal den schönen Spruch "Wir sind die geworden, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben". Das trifft die Sache allerdings nicht unbedingt im Kern. Aber von vorn: Ich bin durch die Hölle gegangen, was in Fachkreisen auch "Studium der Elektrotechnik" heißt, und nun Ingenieur. Entgegen der landläufigen Meinung bin ich auch in der Lage, Dinge nicht ironisch auszudrücken (siehe letzter Satz), was aber für diesen Blog weitestgehend ignoriert werden darf. Das Studium fand in Dresden statt, wo ich auch meine Freundin Sarah fand, ohne die dieses Stück Internet nie entstanden wär. Ich bin ein vielinteressierter Geist und spiele gern mit Gedanken, Worten und... naja, hin und wieder auch gern Computer ;) Die Leidenschaft für alles, was mit Strom funktioniert, habe ich seit Kindesbeinen, was meinen Eltern sicher noch erschreckend bewusst sein dürfte, und da waren dichte beißende Lötdampfschwaden aus dem Keller, explodierende Kondensatoren vorm Frühstück und leidlich mit Tesafilm isolierte 230V-Stromkabelverbindungen (funktioniert bis heute!) noch harmlose Beispiele (man erinnere sich an den oben angebrachten Spruch) . Man ist mittlerweile professioneller geworden, stolzer Besitzer eines immer weiter wachsenden privaten Elektroniklabors und momentan - in Dublin: Der eigentliche Aufhänger für unseren Blog, wobei ich fürchte, dass dieser weiter wuchern wird, wenn wir im Dezember wieder deutschen Boden unter den Füßen haben. Was mache ich hier? Diese Frage wird ausführlich in den Artikeln dieser Site bearbeitet, nur kurz: Ich bin sowas wie die Geheimwaffe des Trinity Colleges für und gegen alle analogtechnischen Probleme und Entwicklungen. Eine letzte Frage sollte ich hier noch klären: WARUM DIESER NICK? ...Es begab sich, dass ich meine Hose wusch, und dieses kurzbeinige Exemplar schwarzer Baumwolle aus einem szeneeinschlägig bekannten Bekleidungsgeschäft trug diesen Namen. Klasse, dacht' ich mir, das passt zu dir – außerdem find' dich über Google keiner – dieser Nickname, das wird meiner.View all posts by blackengineer →

Leave a Reply