Das völlig bescheuerte Bordcomputer-Projekt-Teil 4: Vergleichendes Reverse-Engineering

Tacho Nummer zwei ist da, schon optisch sieht die Lage ernst aus: Wie wir schon wissen passt fast nichts. Witzigerweise wurde beim 460/440 sogar auf eine anständige Platine verzichtet und eine bestimmt deutlich billigere Leitfolie benutzt.

Tachovergleich

Oben Neu unten original, schon ä Bissl unterschiedlich um die Mitte und die Stecker…

Die Stecker passen nicht, die Geschwindigkeitsanzeiger nicht, die Aufnahme für das Bordcomputer-Rundinstrument nicht und so weiter. Aber immerhin sind die Maße der Instrumente und der Gesamteinheit gleich.
Kümmern wir uns erst einmal um die Elektrik, wenn alles läuft ist immer noch Zeit sich über mechanische Kinkerlitzchen zu Ärgern.

Ich hatte da doch noch ein Date mit den Geschwindigkeitssignalen oder?
Auf den Knubbel in der Mitte der Tachoeinheit wird die Tachowelle aufgeschraubt, die Drehbewegung vom Getriebe wird so direkt übertragen. Das heißt für mich: BOHRMASCHINE raus, Tachowelle einspannen und bitte nicht vergessen, die Schlagbohr-Funktion rauszumachen. Der elektrische Tacho wird wieder mit dem Frequenzgenerator bespaßt.
Gefühlvoll gebohrt ergibt sich, dass ich bis 230km/h kann, das reicht für folgendes Ergebnis:

Speed_vergleich

Das Ganze sieht nach zwei Geradengleichungen aus. Ich würde mal sagen „Geschwindigkeit=1,5* Frequenz“, Ausgegeben wird dabei, wie vom Werkstatthandbuch prophezeit ein 50:50-Rechtecksignal von 0 auf 10 Volt. Das elektrische Tachosignal (klar, jetzt sind beide elektrisch umgewandelt aber ihr wisst schon V480) sieht doch deutlich anders aus. Auch hier also: INKOMPATIBLE SYSTEME *ächts*.
Damit ist es amtlich, es hat absolut keinen Sinn zu versuchen, den originalen BC überhaupt zu verwenden. Ich werde versuchen die komplette Funktionalität dieses Dings nachzubauen (vielleicht sogar besser als das Original, schließlich habe ich über 20 Jahre modernere Technik zur Hand).
Wenden wir uns doch deshalb direkt dem nächsten „lustigen“ Punkt zu: Wie bekomme ich Zeichen auf das Display. Wenn das nicht klappt brauche ich auch nichts zu basteln.
Bei der ganzen Testerei an den Tachos sind übrigens schöne Listen entstanden, welcher Stift welchen Steckers bei den beiden Tachoeinheiten welche Funktion hat, also falls jemand Bedarf hat, melden.

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blackengineer

blackengineerHier soll ich nun also Halbwahrheiten über mich verkünden: Es gab einmal den schönen Spruch "Wir sind die geworden, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben". Das trifft die Sache allerdings nicht unbedingt im Kern. Aber von vorn: Ich bin durch die Hölle gegangen, was in Fachkreisen auch "Studium der Elektrotechnik" heißt, und nun Ingenieur. Entgegen der landläufigen Meinung bin ich auch in der Lage, Dinge nicht ironisch auszudrücken (siehe letzter Satz), was aber für diesen Blog weitestgehend ignoriert werden darf. Das Studium fand in Dresden statt, wo ich auch meine Freundin Sarah fand, ohne die dieses Stück Internet nie entstanden wär. Ich bin ein vielinteressierter Geist und spiele gern mit Gedanken, Worten und... naja, hin und wieder auch gern Computer ;) Die Leidenschaft für alles, was mit Strom funktioniert, habe ich seit Kindesbeinen, was meinen Eltern sicher noch erschreckend bewusst sein dürfte, und da waren dichte beißende Lötdampfschwaden aus dem Keller, explodierende Kondensatoren vorm Frühstück und leidlich mit Tesafilm isolierte 230V-Stromkabelverbindungen (funktioniert bis heute!) noch harmlose Beispiele (man erinnere sich an den oben angebrachten Spruch) . Man ist mittlerweile professioneller geworden, stolzer Besitzer eines immer weiter wachsenden privaten Elektroniklabors und momentan - in Dublin: Der eigentliche Aufhänger für unseren Blog, wobei ich fürchte, dass dieser weiter wuchern wird, wenn wir im Dezember wieder deutschen Boden unter den Füßen haben. Was mache ich hier? Diese Frage wird ausführlich in den Artikeln dieser Site bearbeitet, nur kurz: Ich bin sowas wie die Geheimwaffe des Trinity Colleges für und gegen alle analogtechnischen Probleme und Entwicklungen. Eine letzte Frage sollte ich hier noch klären: WARUM DIESER NICK? ...Es begab sich, dass ich meine Hose wusch, und dieses kurzbeinige Exemplar schwarzer Baumwolle aus einem szeneeinschlägig bekannten Bekleidungsgeschäft trug diesen Namen. Klasse, dacht' ich mir, das passt zu dir – außerdem find' dich über Google keiner – dieser Nickname, das wird meiner.View all posts by blackengineer →

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