Das völlig bescheuerte Bordcomputer-Projekt-Teil 10: Letztens, Features

Der nachgebaute BC kann mehr als sein Original, die ergänzten „Top-Features“ sind die Anzeige des Momentanverbrauchs im Stand in L/h und der Enhanced Debug-Mode mit Anzeige der aktuellen Geschwindigkeit, der beiden digitalen Kilometerzähler (wegen der getrennten Resetmöglichkeit von Fuel AVG und Speed AVG) und des Fahrzeitzählers in Minuten.

Bis auf die Ölstandskontrolle und das Umschalten auf Miles sind alle Features 1:1 übernommen.

Die Berechnungen für den Spritverbrauch und die gefahrenen Kilometer erfolgen intern in Millilitern bzw. Zentimetern, was den BC nach einer Kalibrierung auf den ersten Testfahrten zu einem präzisen Bordinstrument macht.

Wird die Zündung eingeschaltet, sind, ähnlich wie bei den Statuslämpchen im Tacho, kurz alle Displaysegmente angeschaltet. So kann kontrolliert werden, ob ein Defekt oder Staub im Leitgummi das LCD beeinträchtigen.

Um Strom zu sparen schaltet der BC die Versorgung des Displays und der Pheripherie ab, wenn die Zündung aus ist. Der Speicher im Microcontroller wird weiter mit Spannung über das Dauerplus an KL30 versorgt, allerdings geht der Controller bei fehlender Zündungsspannung in den Sleep-Mode, womit die Stromaufnahme unter 2 mA sinkt. Die Gefahr einer leeren Batterie ist damit gebannt.

Es besteht immer noch die Möglichkeit weitere Messwerte zu ergänzen, so wird der Kanal OIL zur Zeit nicht aktiv benutzt, es wird permanent CoLd angezeigt. Auch wäre es möglich, neben dem Enhanced Debug Mode noch weitere Ebenen anwählbar zu machen, die mit der Reset-Taste ausgewählt werden können. Insgesamt habe ich ungefähr 3000 Zeilen Code produziert, jede Menge Messprotokolle und Diagamme zur Ermittlung von Sensor- und Signalparametern und kiloweise fliegende Zettel mit Kritzeleien zu Berechnungen, Funktionsabläufen, Schaltungsteilen. Entstanden ist eine kompakte stör- und impulsfeste Elektronikbox außschließlich mit Bauteilen, die den Anforderungen an KFZ-Elektronik genügen. Die Abweichung der Sensormessungen über den erweitereten Betriebstemperaturbereich von -40°C bis 125°C können über den Daumen gepeilt als kleiner 5% angegeben werden und Zeitmessungen erledigt die Box schneller als ihr Schatten. Über ein ansteckbares LAN-Kabel kann der BC im Fahrzeug mit neuer Firmware geflasht werden, das macht das nachträgliche Eichen vom Geschwindigkeitssignal (Autobahn und GPS-Gerät beim Beifahrer), das Anpassen des berechneten Verbrauchs an der Zapfsäule und das Einfügen weiterer Features möglich.

Was hat das Ganze gekostet? Mit beiden ersteigerten Tachoeinheiten liegen wir bei unter 200€ Materialkosten, dagegen haut einen aber der Zeitaufwand von knapp einem Monat aus den Latschen. Egal, es geht, es hat sogar ne Menge Spass gemacht und ich werde nun auf jeder Fahrt daran erinnert, mit dem einzigen B18U-400er auf der Welt rumzufahren, der den BC intus hat.

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Mustergültiger Durst auf abschüssiger Strecke

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blackengineer

blackengineerHier soll ich nun also Halbwahrheiten über mich verkünden: Es gab einmal den schönen Spruch "Wir sind die geworden, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben". Das trifft die Sache allerdings nicht unbedingt im Kern. Aber von vorn: Ich bin durch die Hölle gegangen, was in Fachkreisen auch "Studium der Elektrotechnik" heißt, und nun Ingenieur. Entgegen der landläufigen Meinung bin ich auch in der Lage, Dinge nicht ironisch auszudrücken (siehe letzter Satz), was aber für diesen Blog weitestgehend ignoriert werden darf. Das Studium fand in Dresden statt, wo ich auch meine Freundin Sarah fand, ohne die dieses Stück Internet nie entstanden wär. Ich bin ein vielinteressierter Geist und spiele gern mit Gedanken, Worten und... naja, hin und wieder auch gern Computer ;) Die Leidenschaft für alles, was mit Strom funktioniert, habe ich seit Kindesbeinen, was meinen Eltern sicher noch erschreckend bewusst sein dürfte, und da waren dichte beißende Lötdampfschwaden aus dem Keller, explodierende Kondensatoren vorm Frühstück und leidlich mit Tesafilm isolierte 230V-Stromkabelverbindungen (funktioniert bis heute!) noch harmlose Beispiele (man erinnere sich an den oben angebrachten Spruch) . Man ist mittlerweile professioneller geworden, stolzer Besitzer eines immer weiter wachsenden privaten Elektroniklabors und momentan - in Dublin: Der eigentliche Aufhänger für unseren Blog, wobei ich fürchte, dass dieser weiter wuchern wird, wenn wir im Dezember wieder deutschen Boden unter den Füßen haben. Was mache ich hier? Diese Frage wird ausführlich in den Artikeln dieser Site bearbeitet, nur kurz: Ich bin sowas wie die Geheimwaffe des Trinity Colleges für und gegen alle analogtechnischen Probleme und Entwicklungen. Eine letzte Frage sollte ich hier noch klären: WARUM DIESER NICK? ...Es begab sich, dass ich meine Hose wusch, und dieses kurzbeinige Exemplar schwarzer Baumwolle aus einem szeneeinschlägig bekannten Bekleidungsgeschäft trug diesen Namen. Klasse, dacht' ich mir, das passt zu dir – außerdem find' dich über Google keiner – dieser Nickname, das wird meiner.View all posts by blackengineer →

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